Angriffsmotive
Fesselung im Schach
Von Antoine TamanoAktualisiert
Eine Fesselung im Schach hält eine Figur fest: Sie kann oder sollte nicht ziehen, weil hinter ihr auf derselben Linie eine wertvollere Figur steht.
Eine Fesselung ist ein Linienangriff mit Läufer, Turm oder Dame auf eine Figur, hinter der auf derselben Linie eine wertvollere Figur steht. Ist die hintere Figur der König, handelt es sich um eine absolute Fesselung: Die gefesselte Figur darf die Linie regelgemäß nicht verlassen. Steht dort eine Dame oder ein Turm, ist die Fesselung relativ: Die gefesselte Figur darf ziehen, aber auf Kosten der Figur hinter ihr.
Eine Fesselung wirkt, weil die gefesselte Figur ihre Zugmöglichkeiten und damit ihre Aufgaben verliert. Ein gefesselter Bauer schlägt nicht, ein gefesselter Springer verteidigt nicht, ein gefesselter Turm kann einem Angriff nicht ausweichen. Deshalb ist die Fesselung selten das Ende der Taktik. Sie ermöglicht vielmehr den nächsten Zug: Ein Springer springt auf ein Feld, das der gefesselte Bauer eigentlich kontrollieren soll, eine Dame zieht auf ein Feld, das der gefesselte Läufer eigentlich decken soll, oder ein Läufer greift die gefesselte Figur ein weiteres Mal an und gewinnt sie.
So erkennst du sie: Zwei gegnerische Figuren stehen auf derselben Linie, die wertvollere dahinter, und eine deiner Linienfiguren kann diese Linie erreichen. König und Dame auf derselben Diagonale, ein König auf g8, ein Springer auf f6 und ein Läufer, der nach g5 kommen kann, oder ein Turm auf d8 hinter einem Bauern auf d6. Dann zählst du: Wie oft kannst du die gefesselte Figur angreifen, und wie oft kann sie gedeckt werden?
Auf höherem Niveau ist die Fesselung zunächst verborgen. Sie entsteht, nachdem ein Bauernzug eine Diagonale öffnet, ein Tausch eine Linie räumt oder ein Opfer eine Figur auf die Linie zieht. Eine Fesselung kann außerdem eine Falle für den Fesselnden sein: Eine an die Dame gefesselte Figur darf durchaus ziehen, wenn sie dadurch mehr erreicht, als die Dame wert ist. Prüfe jede Fesselung zweimal, aus der Sicht beider Seiten.
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Fesselung im Schach: Fragen
Was ist eine Fesselung im Schach?
Eine Fesselung im Schach ist ein Linienangriff, bei dem die angegriffene Figur nicht ziehen kann, ohne eine wertvollere Figur dahinter preiszugeben. Nur Dame, Turm und Läufer können fesseln, weil nur sie entlang von Linien angreifen. Die gefesselte Figur wird noch nicht geschlagen. Sie ist an ihr Feld gebunden, was oft noch wertvoller ist.
Was ist der Unterschied zwischen einer absoluten und einer relativen Fesselung?
Bei einer absoluten Fesselung steht der König hinter der gefesselten Figur. Diese darf überhaupt nicht ziehen, weil die Regeln es verbieten. Bei einer relativen Fesselung steht dahinter lediglich eine wertvolle Figur, meist die Dame oder ein Turm. Ein Zug ist daher legal, aber teuer. Eine relative Fesselung lässt sich um einen Preis lösen, eine absolute um keinen Preis.
Wie greifst du eine gefesselte Figur an?
Greife sie mehrfach an. Eine gefesselte Figur kann nicht ausweichen, deshalb ist jeder zusätzliche Angreifer auf ihr Feld mehr wert als gewöhnlich. Ein Bauer ist dabei der billigste Angreifer überhaupt. Die Standardmethode besteht darin, einen zweiten Angreifer hinzuzufügen, gegen den der Verteidiger nicht genügend Deckung aufbringen kann, und die Figur auf ihrem Feld zu gewinnen.
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